Wie kann man eine Panikattacke stoppen? 6 wertvolle Tipps
- Helena Pfleiderer
- 11. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Was ist eine Panikattacke überhaupt?

Eine Panikattacke ist eine Angstreaktion des Körpers ohne einen – zumindest vordergründig – erkennbaren Grund. Eine normale Angstreaktion wäre, wenn Sie von Jemandem überfallen werden und Angst um Ihr Leben haben oder (ein anderes Beispiel) wenn Sie im Straßenverkehr teilnehmen und plötzlich scharf abbremsen müssen, um nicht auf den Vordermann aufzufahren. Und jetzt spüren Sie, wie Ihr Körper auf diese zwei Situationen reagiert: das Herz rast, die Atmung geht schwer und flach, Ihnen wird vielleicht sogar übel, die Beine sind wie aus Wackelpudding, der Bauch krampft sich zusammen. Alle diese Symptome sind eine gesunde Reaktion des Körpers auf eine reelle Gefahr; das ist ein Adrenalinstoß, der Ihnen hilft, in Sekundenschnelle wach, kampf- und reaktionsbereit zu werden, um der Gefahr zu entgehen. Wenn Sie die Gefahr abwenden konnten, kehrt Ihr Körper erfreulicherweise zur Ruhe zurück und Sie können zur Tagesordnung übergehen.
Nicht so aber bei einer Panikattacke. Hier reagiert der Körper anscheinend ohne Grund und deshalb kann er sich auch nicht einfach so wieder beruhigen. Geduld und Zuversicht sind hier gefragt.
6 wertvolle Tipps, um eine Panikattacke auf der Stelle zu stoppen
Lassen sie die Panikattacke vorbeiziehen, geben Sie Ihr keine große Bedeutung. Sagen Sie zu sich, dass sie genau so schnell gehen wird, wie sie gekommen ist und es nicht Ihre Schuld ist, dass die Panikattacke jetzt gekommen ist. Scham- und Schuldgefühle sind hier deplatziert und erschweren das Ganze zusätzlich. Üben Sie in Akzeptanz!
Ein Stoppschild oder einen Satz aufschreiben, den Sie während der Panikattacke entweder herholen und betrachten oder vor Ihrem inneren Auge vorführen. Schreiben Sie auf ein buntes Stück Papier das Wort „Stopp“ oder schreiben sie einen kurzen prägnanten Satz, der - Ihrer Ansicht nach – während einer Panikattacke hilfreich wäre, um diese zu beenden. Der Satz/die Affirmation könnte beispielsweise Folgender sein: „ich bin gesund und genieße den Moment“. Achten Sie darauf, keine Verneinungen in dem Satz zu haben, wie „ich habe keine Angst mehr“ oder „ich will ohne Angst leben“. Verneinungssätze funktionieren bekannterweise nicht!
Sorgen Sie für Bewegung. Vielen Menschen hilft während einer Panikattacke, wenn sie aufstehen und sich im Raum bewegen oder noch besser, wenn sie die Möglichkeit haben, sich draußen und in der Natur zu bewegen bzw. einen kurzen Spaziergang zu machen. Probieren Sie es aus.
Mit den Sinnen nach Orientierungspunkten suchen. Man kann sich auf das Hören konzentrieren und versuchen, 3 Geräuschquallen zu lokalisieren, die man in dem Moment hört, wie z.B. die vorbeiziehenden Autos, ein weinendes Baby, das Ticken der Uhr usw. Oder man kann sich auf das Fühlen konzentrieren und 3 Gegenstände mit geschlossenen Augen fühlen, wie z.B. einen Apfel, einen Kuli usw. Sehr hilfreich ist es, wenn man Haustiere besitzt, die man während der Panikattacke streicheln bzw. Körperkontakt herstellen kann. Tiere geben positive Energie und gleichen die Negativität der Panikattacke sozusagen aus.
Konzentrieren Sie sich ganz gezielt auf Ihre Atmung. Atmen Sie tief ein und aus und achten Sie darauf, doppelt so lange auszuatmen wie einzuatmen. Wiederholen Sie die Atemübung mind. 10x. Atemübungen helfen sehr schnell und sind sehr effektiv, da sie den Körper zwingen, durch die Aktivierung des Parasympathikus im Ruhemodus zurückzukehren.
Inhalieren Sie ein ätherisches Öl, das angstlösend und entspannend wirkt. Sehr gut wirken Lavendelöl und Neroliöl. Achten Sie darauf, naturreine ätherische Öle in Bio-Qualität zu kaufen und tragen Sie das Fläschchen bei sich. Alternativ können Sie einen sog. Riechstift kaufen, welcher eine Patrone drinnen hat, die Sie mit dem ätherischen Öl tränken können.
Und wenn das alles nicht hilft?
Dann ist es an der Zeit, sich therapeutische Hilfe zu suchen. Es gibt immer Gründe für die Panikattacke. Es gibt Trigger und es gibt tief verborgende Gründe, wobei man aufs Letztere im Alleingang nur schwer darauf kommt bzw. der Prozess langsam und mühsam ist.
Falls Sie sich bei diesem Blogartikel wiederfinden oder eine Angstsymptomatik mit Panikattacken bei sich bemerken und Hilfe brauchen, zögern Sie nicht, mich für psychotherapeutische Unterstützung zu kontaktieren. Ich freue mich auf Sie!


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