Was hat ein Narzisst und ein Eisberg gemeinsam?
- Helena Pfleiderer

- 22. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn ich von Narzissten spreche, meine ich beide Geschlechter, denn es gibt sehr wohl auch Narzisstinnen.

Ein Eisberg – das haben die Meisten schon in irgendeinem Fach in der Schule gelernt, besitzt nicht nur die sichtbare Fläche, sondern hat im Wasser noch eine viel, viel größere Fläche. Laut verschiedenen Quellen macht die sichtbare Fläche etwa 10% und die im Wasser schwimmende etwa 90% des Volumens aus.
Und genauso – wie einen Eisberg – kann man sich das Verhalten eines Narzissten vorstellen: das „Gute“ und gesellschaftlich Akzeptierte, was er uns zeigt, sind die etwa 10% seiner Persönlichkeit. Der Rest, die übrigen 90%, sind seine schwarze Seele, der sog. „dunkler Faktor“ der Persönlichkeit.
Gucken wir uns doch mal die „Spitze“ des Eisbergs: was sehen wir?
Selbstbewusstsein: der Narzisst wirkt nach außen selbstbewusst, stark. Er übernimmt gerne Führung, hat immer eine Lösung parat, wirkt wie der Fels in der Brandung. Er ist der perfekte Partner, Freund oder Chef.
Charm, Geselligkeit, Extrovertiertheit: der Narzisst wickelt einfach Andere um den Finger, er ist meist sofort wahrzunehmen, wenn er einen Raum betritt, alle drehen sich um. Er wirkt charmant, lustig, witzig, hält Gespräche warm, man kann mit ihm sowohl herumalbern als auch in die Tiefe gehen und „über Gott und die Welt“ sprechen. Er könnte aber auch ruhig und besonnen wirken, als hätte er das Rampenlicht nicht nötig.
Fürsorge: ein Narzisst täuscht Fürsorge vor. Er ist da, um Einen zu trösten, zu jeder Zeit ist er ansprechbar. Seine Kinder behandelt er vorbildlich, scheint nie müde zu werden, ihnen etwas zu erklären und für sie da zu sein (vor Publikum natürlich).
Und jetzt gucken wir uns den unsichtbaren Teil des narzisstischen Eisbergs. Darunter verbirgt sich:
Egozentrik: der Narzisst ist abhängig von der sozialen Aufmerksamkeit, er möchte immer im Mittelpunkt stehen, was er sowohl durch offene Egozentrik als auch durch Übernahme der Opferrolle (Alle anderen sind schuld, er kann nichts dafür) erreicht.
Mangelnde bis gar fehlende Empathie: deine Tränen und dein Leid berühren ihn nicht, du sollst wieder „funktionsfähig“ werden, denn nur so ist man dem Narzissten nützlich.
Manipulatives Verhalten aller Art: Lügen, Betrügen, Abwerten, Schuldumkehr, Schweigebehandlung (er spricht nicht mehr mit dir, um dich zu bestrafen), Ghosting (er verschwindet sogar von der Bildfläche, um dich zu bestrafen), Triangulation (ein Dritter wird in dem Konflikt hineingezogen) usw. Die Liste der Manipulationstechniken ist unerschöpflich.
Körperlicher, sexueller, finanzieller Missbrauch und parasitäres Verhalten jeder Art.
Eifersucht, Angst, Scham: Der Narzisst ist oft extrem eifersüchtig und quält damit sein Opfer über die Masse. Auch Angst spielt fast immer eine große Rolle: Angst vor dem Verlassenwerden, Angst vor Einsamkeit. Des Weiteren schämen sich Narzissten für Ihr Wesen, was sie aber nie offen zugeben würden. Sie schämen sich, dass man die untere Seite des Eisbergs jemals zu Gesicht bekommen könnte.
Falls Sie mehr über den narzisstischen Eisberg erfahren wollen und hoffnungslos in solchen Beziehungen verstrickt sind, zögern Sie nicht, mich für psychotherapeutische Unterstützung zu kontaktieren. Ich helfe Ihnen gerne!


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